Das Mandelring Quartett (c) Uwe Arens

Musik öffnet den Horizont

Die »Max-Joseph-Konzerte in der Residenz versprechen exzellente Kammermusik-Erlebnisse mit Maximilian Hornung und dem Mandelring Quartett.

Kammermusik in intimen Räumen, hautnah am Publikum, das jeden Ton ahnen, intensiv wahrnehmen, die Resonanz genießen kann. Diesen stimmigen Rahmen verwirklicht Konzertwerk München u. a. mit den Max-Joseph-Konzerten in der Münchner Residenz. Im Mai sind hier der junge Star-Cellist Maximilian Hornung und das renommierte Mandelring Quartett zu erleben.

Der mehrfache ECHO-Klassik- und ARD-Preisträger Maximilian Hornung bewies beim umjubelten ­Cello-Rezital im Februar, dass er bereits ganz oben im Virtuosen-Himmel angekommen ist. Nun folgt das Interpreten-Porträt II. »Das Streichsextett von Dvorrˇák ist für mich eine Premiere«, freut sich Hornung über die satten Klänge auf böhmisch-erdiger Basis, die Mendelssohns Sturm-und-Drang-Jugendwerk vorausgehen: »Das Oktett spiele ich oft, es hat fast sinfonische Ausmaße, gepaart mit berührender Zartheit.« Die große Kammermusikbesetzung bilden namhafte Solisten des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks und der Münchner Philharmoniker. Für Hornung ist es ein »Heimspiel«, schließlich war er einst jüngster Solo­-Cellist des BR-SO. »Es ist schön, dass wir uns kennen. Persönliche Sympathie ist in der Kammermusik sehr wichtig.« 

Der 31-jährige Künstler stammt aus einer Augsburger Musikerfamilie, in der jeder ein Instrument spielte: »Dafür bin ich dankbar, denn Musik öffnet den Horizont und schenkt Glück.« Der Wahlmünchner besitzt das Talent, bei hervorragender Technik spontan die eindrücklichsten Farben zu zaubern, und begeistert mit spritziger Vitalität auf höchstem Niveau. Zuletzt trat er unter Mariss Jansons an der Seite von Anne-Sophie Mutter auf, mit Lisa Batiashvili und dem London Philharmonic Orchestra unter Yannick Nézét-Séguin – und gab sein Debüt in der Londoner Wigmore Hall. Wie nähert er sich seinen Konzerten? »Bereite ich mich als Solist vor, habe ich mehr Freiheit, eigene Interpretationen zu entwickeln. In der Kammermusik ist es immer ein gemeinsames Erschaffen.« Der Solokünstler ist gerne Teil eines Ensembles und gibt auch Unterricht: »Ich brauche diese Abwechslung, so bleibt alles lebendig, frisch und kreativ.« 

Ein weiterer Klassik-Höhepunkt im Frühsommer ist das international gefragte Mandelring Quartett. 1991 gewann die Formation in München den ARD- Musikwettbewerb, was den Auftakt zu ihrer Karriere bedeutete, die sie heute nach Amsterdam, Wien, London, Paris, New York, Tokyo sowie zu zahlreichen Kammermusikfestivals führt. Das hochkarätige Ensemble aus Neustadt an der Weinstraße gründete das Hambacher Musikfest und gestaltet seit 2010 einen eigenen Konzertzyklus in der Berliner Philharmonie. Nun sind die Pfälzer mit ihrem homogenen, durchsichtigen Klang, dem expressiv-emotionalen Stil sowie der differenzierten und vielschichtigen Deutung zum ersten Mal wieder in München zu erleben. Mit einer dreiteiligen Brahms-Reihe, deren aktuelles drittes Konzert sich den Nachfolgern des blühenden Romantikers widmet: »Wolf als Vertreter der Spätromantik, Webern, der mit dem Langsamen Satz für Streichquartett noch auf dem Boden dieser Epoche steht und Berg, dessen Lyrische Suite als Hauptwerk der 2. Wiener Schule gilt. Das Stück ist Ausdruck einer unerfüllten Liebe, die nach heftiger Leidenschaft im Largo desolato endet. Brahms’ Streichquartett c-Moll schließt das Programm ab«, erklärt Cellist Bernhard Schmidt. Dass die Serie auf Jahre angelegt ist, verheißt weitere exzellente Kammermusik-Erlebnisse.


Ingrid Lughofer


Maximilian Hornung (Cello), Solisten des BR-Symphonieorchesters und der Münchner Philharmoniker.

7. Mai, 19 Uhr, Max-Joseph-Saal der Residenz.

 

Mandelring Quartett.

30. Mai, 19.30 Uhr, Max-Joseph-Saal der Residenz.

 

Karten: München Ticket.

Informationen: konzertwerk-muenchen.de

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