Die Filminstallation von Videokünstler Julian Rosefeldt ist in der Villa Stuck zu sehen und zu hören (c) Julian Rosefeldt und VG Bild-Kunst, Bonn 2016.

Großsprech, bebildert

Die Filminstallation »Manifesto« verbindet gewaltige Worte mit der Macht der Bilder und konkreter Personen.

Das 20. Jahrhundert war voll von ihnen: den Künstlermanifesten. Meist großsprecherisch bis großmäulig, selten bescheiden, voller Ambitionen, Illusionen, Hoffnungen und Versprechungen, hervorgequollen aus dem Humus von Träumerei, Größenwahn und Veränderungswillen. Die explosive Mischung brachte eine eigene Textform hervor, die nun zu Beginn des 21. Jahrhunderts von dem Film- und Videokünstler Julian Rosefeldt auf ihre in ihr selbst liegenden künstlerischen Potenziale hin untersucht wird. Zahlreiche künstlerische »Ismen« sind vertreten vom Futurismus und Dada über Fluxus und Situationismus bis hin zu Dogma. Einen Purismus der Ursprünglichkeit betreibt Rosefeldt aber nicht. Durch Kürzung und Kombination von Texten aus den Federn – von Kasimir Malewitsch, André Breton, Claes Oldenburg, Yvonne Rainer, Elaine Sturtevant, Sol LeWitt sowie Jim Jarmusch und anderen hat er 13 neue Textcollagen erstellt, die das Basismaterial für seine Installation darstellen. Neben den bildenden Künsten sind auch die Architektur, der Tanz und der Film vertreten. 

Rüdiger Heise

 
Den vollständigen Artikel finden Sie im Heft.


Julian Rosenfeldt: Manifesto. 

Bis 21. Mai, Di-So 11-18 Uhr, erster Freitag im Monat bis 22 Uhr, Museum Villa Stuck, Prinzregentenstr. 60. 

Informationen: Tel. (089) 4 55 55 10.

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