Heinrich Campendonk, »Das Märchen«, um 1920 (c) Simone Bretz

Meister der Farbtiefe

Das Museum Penzberg hat rund 35 Hinterglasgemälde des rheinischen Expressionisten Heinrich Campendonk in einer Sonderausstellung versammelt.

In der Technik des Hinterglasbildes verbinden sich Malerei und Druckgrafik. Die Farbe trägt der Maler auf der Rückseite des gläsernen Bildträgers auf. Bei der Arbeit geht der Künstler also seitenverkehrt zu Werke. Diese Verkehrung beim Arbeitsprozess hat die Hinterglasmalerei mit der Druckgrafik gemeinsam. Im Unterschied zum üblichen Malprozess eines Tafelbildes kehren sich beim Malen eines Hinterglasbildes auch einige Arbeitsschritte um. Zuerst zeichnet der Künstler die Konturen der Gegenstände und Figuren auf die Glasplatte, fügt dann Schraffuren und Schattierungen hinzu. Erst jetzt malt er die Objekte und Figuren aus und zum Abschluss versieht er das Bild mit seinem Hintergrund. Hauptsächliche Verwendung fand das Hinterglasbild im Gebiet der persönlichen ­Andachtsbildnisse. Im Gefolge der Industrialisierung wurde das Hinterglasbild im Laufe des 19. Jahrhunderts durch den Öldruck abgelöst. 

Rüdiger Heise

 
Den vollständigen Artikel finden Sie im Heft.


Magische Transparenz: Die raffinierten Hinterglasbilder von Heinrich Campendonk. 

Bis 7. Mai, Mi-So 10-17 Uhr, Do 10-20 Uhr, Museum Penzberg – Sammlung Campendonk, Am Museum 1 (Karlstraße 61), 82377 Penzberg.  

Informationen: Tel. (08856) 81 34 80.

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