Kirkeby, »Schwarm«, 2016 (c) Foto: Jörg von Bruchhausen/ Franz Marc Museum, Kochel a. See, Dauerleihgabe Galerie Michael Werner, Märkisch Wilmersdorf

Neues in Kochel 

Im Park des Franz Marc Museums sowie im Inneren des Museums tut sich gerade so einiges: Skulpturen und Monumentalzeichnungen eines dänischen Großmeisters sowie Bilder zum Großstadtverständnis der Expressionisten locken zum Besuch.

Auf der Rasenfläche vor dem Museumsgebäude steht etwas, das man beim oberflächlichen Hinsehen auch für den Stumpf eines Baumes halten könnte, den bequeme Forstarbeiter reichlich weit oben abgesägt haben. Doch beim Nahetreten fällt auf: Das Gebilde ist gar nicht aus Holz. Es ist ein hohler Bronzeguss, mit einer Patinierung versehen, die allerdings die schrundig-rindige Struktur eines Baumes täuschend ähnlich wiedergibt. Die Plastik trägt den Titel Torso-Ast, wurde 1988 hergestellt und stammt von dem dänischen Künstler Per Kirkeby. Der Werktitel deutet an, dass sich der 79-jährige Künstler nicht nur auf die Naturdarstellung, sondern auch auf die fragmentarische Darstellung der menschlichen Gestalt – den Torso – bezieht. Diesem Doppelaspekt widmet sich die Ausstellung im Inneren des Museums in besonderem Maße, die die Aufstellung der Großplastik im Außenraum begleitet. An zwei weiteren Plastiken von Torsi, fünf Kopf- und Gesichtsdarstellungen sowie Entwurfs- und großformatigen, autonomen Zeichnungen wird anschaulich, wie Per Kirkeby die Probleme der Natur- und Menschendarstellung in seinen Arbeiten reflektiert und gestaltet. 

Rüdiger Heise

 

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Per Kirkeby: Torso-Ast. 
Bis 3. Oktober

Blaues Land und Großstadtlärm. Die Fondazione Braglia im Franz Marc Museum.

30. April bis 3. Oktober, Di-So sowie feiertags 10-18 Uhr, Franz Marc Museum, Franz Marc Park 8-10, 82431 Kochel am See.

Informationen: Tel. (08851) 92 48 80

 

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