Thomas Loibl und Mathilde Bundschuh (c) Konrad Fersterer

Elviras Passionsweg

Roh, ungeschliffen, aber stimmig – Aureliusz Smigiel bringt Fassbinders Drama »In einem Jahr mit 13 Monden« auf die Bühne des Marstalls. 

Aufgetürmte Matratzen liegen auf dem Boden neben Flaschen und vollgestopften Plastiktüten. In Strapsen und Spitzenstrümpfen hält sich Elvira ein blutiges Taschentuch vors Gesicht, als Christoph (Philip Dechamps) hereinkommt, cool und geschniegelt wie ein Banker. Angewidert verhöhnt er sie brutal, während sie sich an seine Füße klammert, ihn anfleht, bei ihr zu bleiben. Seitlich von ihnen ragt in Aureliusz Smigiels Inszenierung im Marstall ein mit Scheinwerfern behängtes Gerüst in Form eines Kreuzes auf. »Wer liebt, ist ans Kreuz genagelt« steht auf einer Wand in Fassbinders Film, der die letzten fünf Tage im Leben Elviras schildert, die einmal Erwin hieß.

Anne Fritsch

 

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Rainer Werner Fassbinder: In einem Jahr mit 13 Monden.

Nächste Vorstellungen am 2. und 10. April, 19 und 20 Uhr, Marstall.

Karten: Tel. (089) 21 85 19 40.

 

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