Mit kindlichen Manga-Masken, behängt und bekränzt mit buntem Allerlei, wirken die Schauspieler sehr befremdlich (c) Judith Buss

Entfremdete Welt

Susan Kennedy beschert dem Publikum der Kammerspiele mit ihrer Bühneninstallation »Die Selbstmord-Schwestern« einen faszinierend verstörenden Abend.

Um Spannung geht es hier nicht. Schon im ersten Satz ist alles passiert: »An dem Morgen, an dem die letzte Lisbon-Schwester Selbstmord beging, wussten die Sanitäter schon genau, wo die Schublade mit den Messern war, wo der Gasherd und wo im Keller der Balken, an dem man das Seil festbinden konnte.« Jeffrey Eugenides Roman Die Selbstmord-Schwestern (The Virgin Suicides) handelt von fünf Schwestern. Sie bringen sich um, eine nach der anderen. Der Roman ist eine Erinnerung. Ein Verstehenwollen. Erzählt aus der Perspektive der Nachbarjungs, die alles miterlebten und es bis heute nicht verstanden haben. Sie legen eine Sammlung von Erinnerungsstücken an, suchen nach Antworten. Vergeblich. Die Hilflosigkeit, die die Jungs angesichts des Nichtverstehens erleben, teilen sie mit dem Zuschauer in den Münchner Kammerspielen. 

Anne Fritsch

 

Lesen Sie die ganze Kritik in der Printausgabe. 


Nächste Vorstellungen  am 12., 17. und 25.  Mai, 20 Uhr, Kammer 1. 

Karten: Tel. (089) 23 39 66 00

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