Der Kampfpilot auf der Anklagebank (c) Hilda Lobinger

Metropoltheater

Letzte Staffel von Schirachs »Terror«

Ein mit 164 Menschen besetztes Passagierflugzeug wird von Terroristen entführt und steuert während eines Fußball-Länderspiels auf die mit 70.000 Zuschauern voll besetzte Allianz-Arena zu. Nach erfolglosen Versuchen, das Flugzeug von seinem Kurs abzudrängen beschließt ein Kampfpilot, gegen den Willen seines Vorgesetzten die Maschine abzuschießen. Alle Insassen sterben und der Pilot findet sich wegen 164-fachen Mordes auf der Anklagebank der Theaterbühne wieder. Ist er schuldig? Nachdem alle Aussagen gehört und die Schlussplädoyers gehalten wurden, entscheidet das Publikum als Jury über Verurteilung oder Freispruch des Angeklagten – der Ausgang kann dabei bei jeder Vorführung ein anderer sein. 

Die Idee des Theaterstücks stammt von dem Juristen und Autoren Ferdinand von Schirach. Nach mehreren Buchprojekten ist Terror sein erstes Bühnenstück und wurde am 3. Oktober 2015 in Berlin und Frankfurt uraufgeführt. Seither war und ist das Schauspiel erfolgreich auch auf internationalen Bühnen zu sehen, unter anderem in Japan, Israel, Venezuela und den USA – und das wohl nicht zuletzt aufgrund seiner politischen Brisanz. 

Ist die Würde des Menschen im Ausnahmefall doch antastbar? Dürfen wenige Menschenleben geopfert werden, um viele zu retten? Und provoziert ein Nichteingreifen des Staates womöglich noch mehr Terrorattacken? Ein eindeutiges Richtig oder Falsch scheint es in diesem Fall nicht zu geben und jedem plausiblen Argument kann ein ebenso schlüssiges Gegenargument entgegengehalten werden. Somit hat der Zuschauer keine leichte Aufgabe, wenn er dazu aufgefordert wird, über ethische Grundsätze nachzudenken und am Ende klar Stellung zu beziehen. 

Marina Babl


Diverse Termine und Uhrzeiten, 5. bis 31. Mai, Metropoltheater.

Karten: Tel. (089) 32 19 55 33

 

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