Das skurrile Kasperltheater von Josef Parzefall (l.) und Richard Oehmann (c) Gerald von Foris

Dr. Döblingers Kasperltheater

»Verhext und entgretelt oder das Geheimnis des Nichts«

Es soll ja Eltern geben, die noch ihre 15-jährigen Kinder in Dr. Döblingers geschmackvolles Kasperltheater schleifen – als Alibi, einfach weil sie selbst es so lustig finden … Zum Glück gibt es auch ein eigenes Programm für die »Großen«, ganz auf deren Bedürfnisse und Sehgewohnheiten zugeschnitten und pädagogisch völlig wertfrei!

Das Personal der Erwachsenen-Version ist noch ganz klassisch – es treten auf: der Kasperl, der Seppel, die Großmutter, der Zauberer, die Prinzessin, das Krokodil und noch einige mehr. Allerdings ist die Großmutter doof, der Zauberer noch doofer, dazu aber auch noch eitel, die Prinzessin ist eine Nervensäge und so weiter. 

Seit den 1990er-Jahren existiert nun schon das kleine, schräge, »geschmackvolle« Universum »Hinterwieselharing«, in dem der Kasperl und seine Freunde bzw. Gegner die wildesten Abenteuer erleben, die Welt retten, den Schneekönig heilen, den Tod besiegen und derlei Heldentaten mehr absolvieren. Im Gegensatz zu anderen Figurentheatern nehmen die Handlungen in den Stücken von Richard Oehmann und Josef Parzefall aber immer extrem kuriose, völlig unvorhersehbare Wendungen. So auch in Verhext und entgretelt oder das Geheimnis des Nichts, bei dem sich Puppenspieler, Puppen und die allwissende Erzählerstimme einfach nicht auf den Verlauf der Handlung einigen können, sodass der Intendant Doctor Döblinger des Öfteren vom Zuschauerraum aus klärend eingreifen muss, damit die anwesenden Erwachsenen nicht noch jahrelang im Kasperltheater sitzen müssen ...

Verena Reichl

 


23. und 24. Mai, 20 Uhr, Volkstheater. 

Karten: Tel. (089) 5 23 46 55

 

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